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Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung

Dieser Blog ist ja auch ein wenig Tagebuch für mich selbst. Daher heute ein etwas anderes Thema. Ich habe vor einigen Wochen bereits das Wheel of Life angesprochen. Ich konzentriere mich im Moment total auf meine Körperliche Fitness und Gesundheit. Nebenbei mache ich mir allerdings auch Gedanken über mein persönliches Wheel of Life. Und bevor ich Dinge verändern möchte, habe ich mir überlegt wieso gewisse Dinge so sind wie sie sind.

Bei meinen Nachforschungen bin ich dank meiner Freundin auf das Stufenmodell der Psychosozialen Entwicklung nach Psychoanalytiker Erik H. Erikson gestossen. Lest euch doch zuerst Mal folgende Zusammenfassung durch.

Das Modell erklärt die verschiedenen Entwicklungs-Stadien die der Mensch in der Zeit seines Lebens durchläuft. Vom Säuglingsalter bis zum Rentner. Ich bin befinde mich wie wahrscheinlich die meisten Leser hier in der Stufe 6:

Intimität Vs. Isolierung

Erikson versteht unter dem Begriff Intimität die Fähigkeit und Bereitschaft des Menschen tragfeste Bindungen bzw. Partnerschaften einzugehen und für diese Beziehungen Verantwortung und Verpflichtung, nicht nur zu akzeptieren, sondern bewusst zu übernehmen.

Durch das Vorhandensein der Identität ist es möglich sich dem Partner bzw. der Partnerin zu öffnen. Der Gegenpol im Falle der Nichtbewältigung entsprechender Entwicklungsaufgaben bzw. Krisen steht die Isolierung. Isolierung entsteht dort, wo noch keine stabile Ich-Identität entstanden ist. Es ist jedoch wichtig in dieser Phase, dass die Erfahrung der Isolation oder Isolierung bzw. Distanzierung für jeden wichtig ist.
Es geht um ein sinnvolles, ausgewogenes Verhältnis, also um eine Balance, zwischen beiden Polen, die mit einer gesunden Identität entwickelt werden kann. Erikson formuliert die Isolierung als psychosoziale Entwicklung mit der Tendenz, dass Menschen Kontakte zu vermeiden, sich abzuschotten, in sich gekehrt zu leben. Er schreibt: „Das Gegenstück zur Intimität ist die Distanzierung. Die Bereitschaft, jene Kräfte und Menschen, deren Wesen dem eigenen Ich gefährlich erscheint abzuweisen, zu isolieren und wenn nötig zu zerstören.“
Mögliche Krisenereignisse in dieser Phase sind die Trennung von Freunden oder Freundinnen, eine Problematik im Berufsleben (das gute Umgehen mit Arbeitskollegen), dazu gehört eben die Problematik des Erfolgs oder Misserfolgs in der Ausbildung usw.

Wobei ich das Krisenereignis nicht unbedingt als schlecht ansehe. Ich habe in den letzten 2-3 Jahren viele Freundschaften geschlossen, welche nicht von langer Dauer waren. Ich habe Menschen kommen und gehen sehen und gelernt was es heisst zu vertrauen, ebenso wie hintergangen zu werden.

Dies hat meine Sicht auf die Dinge grundlegend verändert. Ich habe meinen Freundeskreis mit meinen engen, guten Freunden denen ich blind vertraue und die für mich da sind. Genau so wie auch ich für sie.

Nebenbei habe ich meinen Freundeskreis mit dem man am Wochenende etwas unternimmt, man aber nicht zwingend volles Vertrauen schenkt. Das ist beides vollkommen in Ordnung und stimmt für mich so. Aber diese Unterscheidung habe ich erst in den letzten 2 Jahren gemacht.

Wieso mich das alles interessiert? Schaut auf dem Foto oben mal 1-2 Stufen zurück. Seid ihr jemand der ein grosses Selbstbewusstsein hat? Warum ist das so, oder warum ist das nicht so? Es lohnt sich definitiv sich ein wenig in die Thematik einzulesen.

Ich finde das extrem interessant und hat mich am Abend im Bett einige Stunden über meine Kindheit und meine eigene Entwicklung nachdenken lassen. „Warum ich so bin, wie ich bin.“

Definitiv ein Thema welches es wert ist, sich darüber Gedanken zu machen. Und einem kurz überlegen lässt wie man einem Kleinkind antwortet, welches dir vielleicht gerade auf die Nerven geht. Es könnte grössere Auswirkungen haben als man meint. 🙂

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